Ein schlechtes Training ist fast immer besser als gar kein Training
Von Marcel Schinske · Lesedauer: 4 Minuten
Der Alltag war anstrengend. Die Motivation ist auf dem Nullpunkt. Du hast eigentlich Training geplant — aber irgendetwas in dir sagt: heute nicht.
Ich kenne dieses Gefühl. Und ich sage dir direkt: geh trotzdem hin.
Was ein "schlechtes Training" wirklich bedeutet
Ein schlechtes Training ist nicht das, was du denkst. Es ist nicht das Training bei dem du weniger Gewicht hebst. Nicht das bei dem du früher aufhörst. Nicht das bei dem du dich schlapp und unmotiviert durch die Übungen schleppst.
Ein schlechtes Training ist — physiologisch gesehen — immer noch Training. Dein Körper reagiert trotzdem. Die Muskeln arbeiten. Das Herz-Kreislauf-System wird aktiviert. Endorphine werden ausgeschüttet.
Der Unterschied zwischen einem "schlechten Training" und einem Nicht-Training ist ein Faktor von unendlich.
Der eigentliche Wert ist nicht körperlich. Er ist psychologisch.
Das Signal das du dir selbst gibst
Jedes Training das du machst — egal wie kurz, egal wie intensiv — ist ein Beweis. Ein Beweis an dich selbst: Ich bin jemand, der auch dann trainiert wenn es schwer ist.
Das klingt klein. Ist es nicht.
Denn was passiert wenn du aufhörst? Du lernst etwas anderes. Du lernst: wenn Alltag und Motivation gegen das Training sprechen, dann wird es übersprungen. Dieses Muster setzt sich fest. Nach drei übersprungenen Einheiten kommen vier. Nach vier kommen sechs. Und plötzlich trainierst du nur noch an guten Tagen.
Gute Tage sind selten. Das ist die Wahrheit.
Der Unterschied zwischen Amateuren und Profis
Ich sage nicht "Profis" im Sinne von Leistungssport. Ich meine Menschen die ihre Gesundheitsziele dauerhaft halten.
Der Unterschied ist nicht Talent. Nicht Willenskraft. Nicht besondere Disziplin.
Der Unterschied ist: sie haben aufgehört, Motivation als Voraussetzung zu behandeln.
Sie trainieren nicht weil sie Lust haben. Sie trainieren weil Dienstag Trainingstag ist. Punkt. Keine Verhandlung mit sich selbst. Keine Abwägung ob heute ein guter Tag ist.
"Ich warte nicht darauf, dass ich Lust zum Trainieren habe. Ich warte nicht mal darauf, dass ich Zeit habe. Ich mache es einfach. Und danach war es immer gut."
Marcel Schinske
Was tun wenn die Motivation wirklich nicht da ist?
Hier sind drei konkrete Strategien die funktionieren:
1. Die 10-Minuten-Regel. Sag dir: "Ich mache 10 Minuten. Wenn es danach noch immer nicht geht, höre ich auf." In 9 von 10 Fällen machst du weiter. Der Anfang ist der schwerste Teil.
2. Das Training anpassen — nicht absagen. Geplant: 45 Minuten Krafttraining. Energie: 20%. Lösung: 20 Minuten Mobilität und Yoga. Das zählt. Das ist Training.
3. Nur eine Übung. Wenn wirklich gar nichts geht: eine Übung. Liegestütz, Plank, Spaziergang um den Block. Das Signal bleibt dasselbe: du bist erschienen.
Wann das Training wirklich ausfallen sollte
Es gibt echte Gründe das Training zu verschieben: Krankheit, Verletzung, echter Schlafmangel der Regeneration verhindert, Notfälle in der Familie.
"Keine Lust", "langer Tag", "müde" — das sind keine Gründe. Das sind Ausreden die sich wie Gründe anfühlen.
Der Test ist einfach: Wärst du heute auch ins Büro gegangen, auch wenn du müde bist? Ja? Dann kannst du auch trainieren.
Der einzige Unterschied zwischen wem du jetzt bist
und wem du sein willst, ist das was du heute tust.
Auch wenn heute schwer ist.
Geh trainieren. Nicht weil du Lust hast. Sondern weil du der Typ Mensch bist, der auch dann trainiert wenn er keine hat.
— Marcel
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