In einer großen Studie hatten Menschen mit schwächerem Händedruck später häufiger Herzprobleme und starben früher. Das heißt nicht, dass der Händedruck die Ursache ist. Er ist ein Warnzeichen, das auch von Alter, Fitness und Krankheit abhängt.
Handkraft lässt sich einfach messen und taucht in vielen Studien auf. Hier steht, was zwei Quellen dazu sagen und was nicht.
Was die PURE-Studie zeigt
Leong und Kollegen werteten 2015 im Fachblatt The Lancet Daten von 139.691 Menschen im Alter von 35 bis 70 Jahren aus 17 Ländern aus. Nach im Mittel vier Jahren waren 2 Prozent gestorben. Je 5 Kilogramm weniger Griffkraft stieg das Risiko, in dieser Zeit zu sterben, um etwa 16 Prozent. Auch Herzinfarkt und Schlaganfall traten häufiger auf. In einer nachträglichen Rechnung sagte die Griffkraft die Sterblichkeit besser voraus als der Blutdruck. Keinen klaren Zusammenhang gab es zum Beispiel mit Stürzen oder Knochenbrüchen.
Die Schwächen: Es ist eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Die Autoren sprechen von einem Risikomarker, nicht von einer Wirkung der Griffkraft selbst. Den Blutdruckvergleich nennen sie selbst nachträglich. Ich habe die Arbeit nur über einen Fachpresse-Bericht (Healio) gelesen, nicht im Original.
Was ein Überblick dazu ergänzt
Ein Artikel in Bild der Wissenschaft (August 2026) nennt dieselbe Studie und ordnet sie ein: Schwache Griffkraft hänge in Übersichtsarbeiten mit geringerer Knochendichte, mehr Knochenbrüchen, schlechterer Denkleistung und mehr Komplikationen im Krankenhaus zusammen. Außerdem berichtet er von einer Auswertung im British Journal of Sports Medicine (2022), nach der Menschen mit Krafttraining ein um 10 bis 17 Prozent geringeres Sterberisiko hatten, am meisten bei 30 bis 60 Minuten pro Woche.
Die Schwächen: Der Artikel nennt bei mehreren Angaben keine Autoren, kein Jahr und keine Teilnehmerzahl. Er weist selbst darauf hin, dass Krankheit auch umgekehrt die Kraft senken kann. Für die PURE-Studie ist er keine unabhängige Quelle, weil er sie ebenfalls nur wiedergibt.
Was das nicht heißt
Du verlängerst dein Leben nicht, indem du nur einen Handtrainer drückst. Die Griffkraft zeigt eher, wie kräftig und gesund der Körper insgesamt ist. Ein schwacher Händedruck ist auch keine Diagnose. Messen kann man ihn zuverlässig nur mit einem Messgerät, zum Beispiel beim Arzt oder in der Physiotherapie.
Was das für dich heißt
Trainiere den ganzen Körper mit Zug- und Hebeübungen. Dabei arbeiten die Hände von selbst mit, zum Beispiel beim Rudern, bei Kreuzheben und beim Tragen. Zwei Krafteinheiten pro Woche passen zu dem, was die WHO für Erwachsene empfiehlt.
Das ist keine Diagnose und keine Trainingsberatung für deinen Einzelfall. Wenn dir eine nachlassende Kraft in den Händen auffällt, besonders mit Kribbeln oder Taubheit, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung und stellt keine Diagnose. Beide Quellen sind Berichte über Studien; die Originale habe ich nicht gelesen. Der Artikel ist nicht rechtsgeprüft.
Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Healio (21.08.2015): Grip strength may predict risk for mortality, CVD. Bericht über Leong, D. P. et al. (2015): Prognostic value of grip strength: findings from the Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study. The Lancet (Original nicht gelesen)
- Bild der Wissenschaft (05.08.2026): Warum Muskelkraft über gesundes Altern entscheidet (Überblick; nennt PURE, Momma 2022 und weitere Arbeiten teils ohne Jahr und Autoren)
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