Menschen, die ihr Essen vorplanen und oft selbst kochen, essen in großen Befragungen im Schnitt etwas abwechslungsreicher und etwas weniger Kalorien. Das heißt nicht sicher, dass das Planen die Ursache ist. Es kann auch sein, dass diese Menschen einfach mehr Zeit haben. Für den Alltag ist es trotzdem eine gute Idee, kleine Dinge vorzubereiten.
Meal Prep klingt nach Aufwand. Gemeint ist oft nur: Du überlegst einmal, was du isst, und musst nicht jeden Abend neu entscheiden. Hier steht, was die Forschung dazu hergibt und wo sie aufhört.
Was zwei Untersuchungen zeigen
Ducrot und Kollegen (International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 2017) werteten Angaben von 40.554 Erwachsenen aus der französischen Online-Studie NutriNet-Santé aus. 57 Prozent planten ihre Mahlzeiten zumindest manchmal. Diese Personen erreichten die französischen Ernährungsempfehlungen etwas häufiger und aßen abwechslungsreicher. Bei Frauen war das Planen außerdem mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Adipositas verbunden, bei Männern nur mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Adipositas. Die Unterschiede waren klein.
Wolfson und Bleich (Public Health Nutrition, 2014/2015) nutzten die US-Erhebung NHANES 2007 bis 2010 mit über 9.000 Erwachsenen. Wer an sechs bis sieben Abenden pro Woche zu Hause kochte, nahm an einem durchschnittlichen Tag etwa 2.164 Kilokalorien auf, wer höchstens einmal pro Woche kochte etwa 2.301. Auch Zucker und Fett lagen bei den häufigen Köchinnen und Köchen niedriger. Außerdem aßen sie seltener Fast Food.
Was die Untersuchungen nicht zeigen
Beide Arbeiten sind Beobachtungsstudien. Die Autoren von Ducrot und Kollegen schreiben selbst, dass man aus den Zusammenhängen keine Ursache ableiten kann. Gewicht und Größe wurden selbst angegeben, die Teilnehmenden meldeten sich freiwillig über das Internet und sind vermutlich gesundheitsbewusster als der Durchschnitt. Bei der US-Erhebung wurde nur ein einzelner Tag erfragt, das ist eine grobe Momentaufnahme.
Ich habe die Studie von Wolfson und Bleich nur über die Zusammenfassung der Johns Hopkins Universität gelesen, nicht im Volltext. Zu Finanzierung und Einschränkungen kann ich dir deshalb nichts Genaues sagen. Wer plant und kocht, hat womöglich auch mehr Zeit, mehr Geld oder mehr Ruhe im Alltag. Genau das kann die Unterschiede erklären, nicht das Planen selbst.
Was heißt das für Schichtdienst?
Im Schichtdienst fallen Entscheidungen oft in den schlechtesten Momenten: nach einer Nacht, vor dem Schlafen, kurz vor Dienstbeginn. Wenn dann schon etwas im Kühlschrank steht, brauchst du weniger Willenskraft. Das ist eine Überlegung aus dem Alltag. Die beiden Studien beweisen sie nicht.
Klein anfangen reicht: Ein Gericht für zwei Tage kochen, einen Salat im Glas vorbereiten, Haferflocken am Vorabend ansetzen oder Tiefkühlgemüse bereithalten. Auf Dienstplan und Wochenplan schauen und nur für die schwierigen Tage etwas vorbereiten, nicht für alle.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung. Beide Studien zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Die US-Studie habe ich nur über eine Zusammenfassung gelesen.
Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Ducrot, P., Méjean, C., Aroumougame, V. et al. (2017): Meal planning is associated with food variety, diet quality and body weight status in a large sample of French adults. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity 14: 12 (40.554 Teilnehmende, Querschnitt)
- Wolfson, J.A., Bleich, S.N. (2015): Is cooking at home associated with better diet quality or weight-loss intention? Public Health Nutrition 18(8): 1397–1406 (NHANES 2007–2010; gelesen über die Zusammenfassung der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health)
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