BewegDichLeicht
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Ganz einfach erklärt

Bei den meisten Rückenschmerzen ohne gefährliche Ursache rät die deutsche Leitlinie von Bettruhe ab und empfiehlt, aktiv zu bleiben. Akute Schmerzen bessern sich meist von selbst. Bleiben sie über Wochen, soll man ärztlich abklären lassen und es gibt Bewegungstherapie.

Wer lange sitzt oder schwer trägt, kennt Rückenschmerzen. Hier steht, was in der Leitlinie dazu steht, und was mir als Quelle fehlt.

Was die Leitlinie empfiehlt

Die Nationale VersorgungsLeitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ (Kurzfassung 2017) rät laut Mitteilung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft: körperliche Aktivität beibehalten, Bettruhe ablehnen, passive Maßnahmen wie Massage oder Akupunktur nur zusammen mit aktivierenden Maßnahmen und Bewegungstherapie einsetzen, Schmerzmittel kurz und niedrig dosiert nutzen. Akute Kreuzschmerzen bessern sich meist von selbst.

Nach einem Bericht der Pharmazeutischen Zeitung (2016) soll bei akuten Beschwerden das Ziel sein, wieder uneingeschränkt in den Alltag zurückzukehren. Bei chronischen Beschwerden oder hohem Risiko dafür empfiehlt die Leitlinie eine Behandlung aus mehreren Bausteinen (Bewegung, Schmerz- und Psychotherapie). Ab zwölf Wochen gilt Schmerz als chronisch. Hält er trotz Behandlung länger als vier Wochen an, soll man nach Risikofaktoren für eine Chronifizierung schauen. Bildgebung ist ohne Warnzeichen bei akuten Beschwerden nicht zwingend, bei vier bis sechs Wochen ohne Besserung angezeigt.

Wo meine Quellen enden

Beide Quellen berichten über dasselbe Dokument, die Leitlinie selbst habe ich nicht gelesen. Sie sind also keine zwei unabhängigen Belege, sondern zwei Zusammenfassungen derselben Leitlinie. Konkrete Übungen, Häufigkeit und Dauer stehen in beiden nicht, und ob die Leitlinie inzwischen überarbeitet wurde, weiß ich nicht. Außerdem geht es um nicht-spezifischen Kreuzschmerz, also ohne erkennbare gefährliche Ursache.

Was das für dich heißt

Wenn dein Rücken ohne Warnzeichen schmerzt, ist Bewegung im Rahmen des Erträglichen nach der Leitlinie besser als Bettruhe: gehen, Alltag weitermachen, lange Sitzphasen unterbrechen. Das ist meine Einordnung, kein Trainingsplan für deinen Fall.

Geh sofort zur Ärztin oder zum Arzt oder in die Notaufnahme bei Taubheit, Lähmung, Problemen mit Blase oder Darm, Schmerz nach einem Unfall, Fieber oder starken Schmerzen in Ruhe oder nachts. Auch bei Schmerz, der nach vier Wochen nicht besser wird, solltest du ärztlich nachfragen. Im Schichtdienst zählen kurze Bewegungspausen und abwechselnde Körperhaltung mehr als ein einzelnes langes Training.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Warnzeichen (Taubheit, Lähmung, Blasen- oder Darmprobleme, Fieber, Schmerz nach Unfall) bitte sofort ärztlich abklären. Der Artikel ist nicht rechtsgeprüft.

Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Marcel Schinske

Ernährungs- und Bewegungscoach, früher Personal Trainer und Naturalist auf Expeditionsschiffen. Hilft Menschen mit echtem Alltag beim nachhaltigen Abnehmen.

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