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Ganz einfach erklärt

Byrne und Kollegen (2018) ließen 51 Männer mit Adipositas entweder 16 Wochen durchgehend mit einem Drittel weniger Energie essen oder 8 Diätblöcke zu je 2 Wochen mit 7 Pausen-Blöcken zu je 2 Wochen im Gewichtserhalt. Alle Mahlzeiten wurden geliefert. Wer das Programm wie geplant durchzog, verlor mit Pausen im Mittel 14,1 kg, mit durchgehender Diät 9,1 kg. Der Ruheumsatz sank, bereinigt um die Körperzusammensetzung, mit Pausen weniger (360 gegenüber 749 kJ pro Tag, rund 86 gegenüber 179 kcal). Sechs Monate später war der Unterschied beim Gewichtsverlust größer geworden. Die Studie ist klein, nur mit Männern gemacht und unter sehr kontrollierten Bedingungen, in denen die Pausen weder Cheat Day noch Urlaub waren.

Dass der Körper bei einer langen Diät den Verbrauch senkt und das Abnehmen dadurch zäher wird, ist gut beschrieben. Offen ist, ob man das mit eingebauten Pausen abschwächen kann. Die MATADOR-Studie aus Australien hat genau das mit einem strengen Studienaufbau getestet. Hier steht, was dabei herauskam und warum man die Ergebnisse nicht eins zu eins auf den Alltag übertragen darf.

Was die Studie ist

MATADOR steht für „Minimising Adaptive Thermogenesis And Deactivating Obesity Rebound“. Es ist eine Zufallsstudie an einem einzigen Zentrum, durchgeführt von Nuala Byrne und Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Tasmanien, Queensland und Sydney. Sie ist 2018 im International Journal of Obesity erschienen (42: 129–138) und frei zugänglich. Die Ethikkommission der Queensland University of Technology hat sie genehmigt. Finanziert wurde sie vom australischen Gesundheitsforschungsrat (NHMRC). Eine Autorin gibt Honorare unter anderem von Pharma- und Ernährungsfirmen an und sitzt im Beirat eines Anbieters von Diätprodukten; die übrigen Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

Wer mitgemacht hat

Es nahmen ausschließlich Männer zwischen 25 und 54 Jahren mit Adipositas (BMI 30 bis 45) teil, deren Gewicht zuvor stabil war und die sich wenig bewegten. 51 Männer wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. 47 schlossen eine vierwöchige Vorphase ab und begannen die Diät (23 in der Gruppe mit durchgehender Diät, 24 in der Gruppe mit Pausen). Ihr Durchschnittsgewicht lag bei etwa 110 kg. Das Alter, der BMI und das Gewicht unterschieden sich zu Beginn nicht auffällig zwischen den Gruppen. Über Frauen, Jüngere, Ältere oder Menschen mit weniger Übergewicht sagt die Studie nichts.

Wie die Diät aufgebaut war

In beiden Gruppen betrug die Energiezufuhr in den Diätphasen zwei Drittel des Bedarfs für das Halten des Gewichts, also ein Defizit von einem Drittel. Die Gruppe mit durchgehender Diät aß 16 Wochen lang so. Die andere Gruppe wechselte in acht Diätblöcken von je zwei Wochen mit sieben Pausen-Blöcken von je zwei Wochen ab, insgesamt 30 Wochen. In den Pausen bekamen die Männer genau so viel, dass ihr Gewicht stabil blieb (100 Prozent des Bedarfs). Beide Gruppen hatten damit in den Diätphasen insgesamt gleich viele Wochen mit gleichem relativen Defizit. Das Essen kam von einer Großküche unter Anleitung einer Diätassistentin und wurde jede Woche nach Hause geliefert, dazu einzelne frei gewählte Zusatzprodukte. Der Bedarf wurde alle vier Wochen neu eingestellt, weil der Ruheumsatz sank.

Gewicht und Körperfett

Von den 36 Männern, die das Programm wie vorgesehen bis Woche 16 durchzogen, nahmen die mit Pausen im Mittel 14,1 kg ab und die mit durchgehender Diät 9,1 kg. Beim Körperfett waren es 12,3 gegenüber 8,0 kg. Die fettfreie Masse, zu der auch die Muskulatur zählt, sank in beiden Gruppen ähnlich (1,8 gegenüber 1,2 kg). Auch in der Auswertung aller 51 zufällig verteilten Männer (mit fortgeschriebenem letztem Wert bei Ausfällen) war der Unterschied beim Gewicht deutlich, aber kleiner: 10,9 gegenüber 7,4 kg. In den sieben Pausen-Blöcken blieb das Gewicht im Mittel stabil (0,0 ± 0,3 kg). Der Vorsprung der Pausen-Gruppe kam also in den Diätblöcken zustande und nicht durch die längere Gesamtdauer.

Der Ruheumsatz

Der absolute Ruheumsatz sank in beiden Gruppen ähnlich stark (502 gegenüber 624 kJ pro Tag, der Unterschied war nicht signifikant). Da die Gruppe mit Pausen aber deutlich mehr Gewicht verloren hatte, rechneten die Autoren die Veränderungen der Körperzusammensetzung heraus. Danach sank der Ruheumsatz mit Pausen um 360 kJ pro Tag und mit durchgehender Diät um 749 kJ pro Tag, das sind umgerechnet etwa 86 gegenüber 179 kcal. Der Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,03). Zu Beginn der Diät sank der Wert in der Pausen-Gruppe zunächst sogar stärker und erholte sich gegen Ende teilweise wieder. Gemessen wurde der Ruheumsatz jeweils während einer Diätphase, nicht in den Pausen selbst.

Sechs Monate danach

Beide Gruppen nahmen im halben Jahr nach der Studie wieder zu (3,5 kg mit Pausen gegenüber 5,9 kg mit durchgehender Diät, der Unterschied war nicht signifikant). Der Abstand beim Gesamtverlust wuchs trotzdem von etwa 5 auf etwa 8 kg. Das gilt aber nur für eine Teilgruppe von 28 Männern (13 und 15), die zu allen Messzeitpunkten erschien. In der Gruppe mit durchgehender Diät lag das Gewicht nach sechs Monaten nicht mehr signifikant unter dem Wert vor der Diät, in der Pausen-Gruppe weiterhin.

Wie sicher ist das?

Die Studie hat einen genauen Aufbau: Essen wurde geliefert, Defizit und Pausen waren abgestimmt, Körperzusammensetzung und Ruheumsatz wurden mit etablierten Methoden gemessen. Das ist eine Stärke. Dem stehen Grenzen gegenüber. Mit 47 Männern, von denen nur 36 das Programm planmäßig beendeten, ist sie klein. Verblinden war nicht möglich. Der Ruheumsatz wurde in den Pausen nicht gemessen, und für die Zeit nach der Diät fehlen viele Messwerte, weshalb dazu keine Ruheumsatz-Daten berichtet werden. Die Autoren schreiben außerdem, dass sie nicht wissen, ob zwei Wochen die beste Länge sind, und dass die Wirkung auch an anderem Energieverbrauch (etwa Bewegung im Alltag) liegen könnte, den sie nicht gemessen haben. Andere Studien fanden keinen Vorteil von Diätpausen beim Gewichtsverlust, die Autoren sehen den Unterschied unter anderem darin, dass hier die Pausen im genau berechneten Gewichtserhalt lagen und nicht mit freiem Essen gefüllt wurden.

Was das nicht zeigt

MATADOR untersucht keinen Cheat Day und keine Pause mit freiem Essen. Die Männer bekamen in den Pausen kontrolliertes Essen in der Höhe ihres Bedarfs, und das Gewicht blieb stabil. Die Autoren vermuten selbst, dass genau diese kontrollierte Pause wichtig sein könnte, weil unkontrolliertes Essen in den Pausen oft zu einer Überkompensation führt. Auch ein Urlaub, in dem man nicht auf die Menge achtet, ist damit nicht abgedeckt. Und es ist eine Studie an Männern unter Laborbedingungen, nicht an Menschen im Schichtdienst mit wechselndem Alltag.

Was das für dich bedeuten kann

Wenn du eine längere Diät machst, ist eine geplante Pause im Gewichtserhalt aus Sicht dieser Studie eine Möglichkeit, die nicht schlechter abschneidet als durchgehendes Weniger-Essen, bei diesen Männern sogar besser. Ob das für dich gilt, weiß niemand sicher. Wichtig ist der Unterschied zwischen einer kontrollierten Pause, in der du dein Gewicht hältst, und einer Pause, in der alles erlaubt ist. Besprich Diäten und Pausen bei Vorerkrankungen, Medikamenten oder früherer Essstörung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wichtig: Dieser Artikel fasst eine einzelne Studie zusammen. Er stellt keine Diagnose und gibt keine Empfehlung für einzelne Personen. Ein Defizit von einem Drittel des Bedarfs ist ohne ärztliche Begleitung nicht für jeden geeignet. Wenn du eine Essstörung hast oder hattest, besprich Ernährungsfragen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Essanfällen, starkem Schuldgefühl nach dem Essen oder dem Drang, danach zu hungern oder übermäßig zu trainieren, such dir bitte ärztliche oder therapeutische Hilfe. Der Artikel ist nicht rechtsgeprüft.

Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Marcel Schinske

Ernährungs- und Bewegungscoach, früher Personal Trainer und Naturalist auf Expeditionsschiffen. Hilft Menschen mit echtem Alltag beim nachhaltigen Abnehmen.

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