Essen besteht aus ein paar Bausteinen: Energie, Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Fasern, Wasser und kleine Helfer. Wenn du sie kennst, kannst du viele Diäten besser einordnen.
Ernährung wirkt kompliziert, weil jeder etwas anderes behauptet. Dabei steckt hinter allem ein überschaubares Grundgerüst. Wenn du diese Bausteine verstehst, kannst du Diäten und Trends besser selbst einordnen.
Baustein 1: Energie (Kalorien)
Kalorien messen Energie, wie Benzin im Auto. Dein Körper braucht jeden Tag Energie zum Atmen, für den Herzschlag, zum Warmbleiben, für Bewegung und zum Verdauen. Isst du dauerhaft mehr, als du brauchst, nimmst du zu. Isst du weniger, nimmst du ab. Das ist die Energiebilanz. Aber: Was du isst, bestimmt, wie satt du dabei bist.
Baustein 2: Eiweiß
Eiweiß ist das Baumaterial für Muskeln, Haut und vieles mehr. In Studien sättigte eine eiweißreichere Ernährung stärker als eine eiweißärmere. Eine ausreichende Eiweißzufuhr gilt außerdem als wichtig, damit du beim Abnehmen möglichst wenig Muskeln verlierst. Gut sind Eier, Quark, Joghurt, Fisch, Fleisch, Bohnen, Linsen und Tofu.
Baustein 3: Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind der schnelle Treibstoff. Sie stecken in Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Obst und Zucker. Die Qualität zählt: Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Vollkorn haben Fasern und machen satt. Zucker und helles Mehl eher nicht.
Baustein 4: Fett
Fett braucht dein Körper für Hormone und Zellen. Es hat viel Energie: etwa 9 Kalorien pro Gramm. Ein Esslöffel Öl hat grob 90 bis 120. Gute Quellen sind Olivenöl, Nüsse, Fisch und Avocado.
Baustein 5: Ballaststoffe (Fasern)
Fasern kann dein Körper nicht verdauen. Sie füllen den Bauch und halten dich länger satt. Sie stecken in Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Haferflocken.
Baustein 6: Wasser
Wasser hat keine Kalorien und ist das beste Getränk. Wer Zuckergetränke durch Wasser ersetzt, spart viel Energie.
Baustein 7: Vitamine und Mineralstoffe
Das sind die kleinen Helfer. Sie liefern keine Energie, aber sie werden für vieles gebraucht. Mit bunter Mischung aus Gemüse, Obst, Vollkorn, Milchprodukten, Fisch und Hülsenfrüchten bekommen die meisten genug. Bei Verdacht auf einen Mangel gehört das zum Arzt.
Baustein 8: Energiedichte und Sättigung
Das ist der Schlüssel, der in vielen Diäten fehlt. Energiedichte heißt: Wie viele Kalorien stecken in einem Gramm? Gemüse, Obst, Kartoffeln und Suppe haben wenig und füllen den Bauch. Öl, Süßes und Gebäck haben viel. Wer mehr Volumen mit weniger Energie isst, wird satt, ohne zu hungern. Und: Größere Portionen führen dazu, dass wir mehr essen.
Merke: Satt werden und Kalorien sparen passt zusammen, wenn du klug auswählst.
Baustein 9: Alltag
Die beste Ernährung ist die, die du durchhältst. Schlaf, Stress, Schichtarbeit und dein Umfeld beeinflussen, was und wie viel du isst. Darum gehört dein echter Alltag immer zum Plan.
So baust du dir eine Mahlzeit
Hinweis: Alle Kalorien- und Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Vorerkrankungen sprich bitte vor Ernährungsumstellungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte und Vollwertig essen und trinken
- Halton TL, Hu FB: The effects of high protein diets on thermogenesis, satiety and weight loss: a critical review. J Am Coll Nutr 2004 — eiweißreichere Kost erhöht die Sättigung, Ergebnisse zum Gewichtsverlust nicht einheitlich
- Rolls BJ et al.: Portion size of food affects energy intake in normal-weight and overweight men and women. Am J Clin Nutr 2002 — Teilnehmende aßen bei der größten Portion rund 30 % mehr Energie als bei der kleinsten
- Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Max Rubner-Institut — Nährwertdatenbank für Richtwerte
- Rolls, B.J., Morris, E.L. & Roe, L.S. (2002): Portion size of food affects energy intake in normal-weight and overweight men and women, Am J Clin Nutr (Abstract, Penn State), — Quelle
- Hollands et al. (2015), Cochrane-Übersichtsarbeit zu Portions-, Verpackungs- und Tellergröße (Cochrane-Nachrichtenseite): 61 Studien, 6.711 Teilnehmende — Zweitquelle
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