Wenn jemand lange und stark abnimmt, kann der Körper danach etwas weniger Energie verbrauchen, als man nach Gewicht und Größe erwartet. In einer kleinen Untersuchung war das deutlich. Wie groß das bei normalen Diäten ist, weiß man nicht genau. Und ob es bei dir so ist, kann man nicht mit einer Liste messen.
Viele Menschen, die schon oft abgenommen haben, essen irgendwann immer weniger und nehmen trotzdem kaum noch ab. Hier steht, was die Forschung dazu hergibt und wo sie aufhört.
Was zwei Untersuchungen zeigen
Fothergill und Kollegen (Obesity, 2016) untersuchten 14 frühere Teilnehmende einer amerikanischen Abnehm-Fernsehshow rund sechs Jahre danach. Direkt nach der Show war ihr Ruheumsatz im Schnitt um etwa 610 Kilokalorien pro Tag gesunken. Sechs Jahre später lag er etwa 500 Kilokalorien pro Tag unter dem, was man für Menschen mit ähnlichen Daten erwarten würde. 13 von 14 Personen hatten wieder zugenommen, fünf lagen wieder bei ihrem Ausgangsgewicht oder darüber.
In der MATADOR-Studie (International Journal of Obesity, Byrne und Kollegen) aßen Männer mit Adipositas 16 Wochen lang ein Drittel weniger. Eine Gruppe tat das am Stück, die andere im Wechsel: zwei Wochen Diät, zwei Wochen Essen auf Erhaltungsniveau. Sechs Monate nach dem Ende hatte die Wechselgruppe im Schnitt etwa 8 Kilogramm mehr Gewicht verloren als die Gruppe mit durchgehender Diät. Die Autoren selbst sprechen von vorläufiger Unterstützung und sehen weiteren Forschungsbedarf.
Was diese Untersuchungen nicht zeigen
Die Show-Teilnehmenden waren ein Extremfall mit sehr starkem Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Es waren nur 14 Personen. Man darf das nicht auf jede Diät übertragen. Wie groß die Anpassung bei gewöhnlichem Abnehmen ist, ist in der Forschung nicht geklärt.
Die MATADOR-Studie war klein, bestand nur aus Männern mit Adipositas und ist keine Empfehlung für alle. Ich habe beide Arbeiten nur über Zusammenfassungen gelesen (eine Medizin-Nachrichtenseite und die Pressemitteilung der Universität Tasmanien), nicht im Volltext. Zu Einschränkungen und Finanzierung kann ich dir deshalb nichts Genaues sagen. Eine Übersichtsarbeit von Trexler und Kollegen (2014) beschreibt die Anpassung ebenfalls als Modell; dort habe ich nur den Titel und eine Abbildungsbeschreibung gesehen.
Aus einer Ernährungsliste lässt sich dein Stoffwechsel nicht ablesen. Auch ein Wert für deinen Ruheumsatz aus einer Formel ist nur eine Schätzung mit einer Abweichung von etwa 10 bis 15 Prozent.
Was heißt das für dich?
Wenn du schon oft Diät gemacht hast und inzwischen sehr wenig isst, ist weiteres Kürzen selten der nächste gute Schritt. Sinnvoller kann es sein, erst regelmäßig und ausreichend zu essen und dich in kleinen Schritten an deinen geschätzten Bedarf heranzuarbeiten. Eine geplante Pause zwischen Diätphasen ist ein Gedanke, den die vorläufigen Ergebnisse stützen. Das ist keine Garantie.
Besprich das bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, besonders wenn Essen für dich oft mit Druck, Schuld oder Kontrollverlust verbunden ist. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung und bewirbt kein Produkt. Beide Untersuchungen habe ich nur über Zusammenfassungen gelesen. Die Ergebnisse gelten nicht automatisch für jeden.
Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Fothergill, E. et al. (2016): Persistent metabolic adaptation 6 years after „The Biggest Loser“ competition. Obesity 24(8): 1612–1619 (14 Personen; gelesen über die Zusammenfassung bei Medical Xpress)
- Byrne, N.M. et al. (2017/2018): Intermittent energy restriction improves weight loss efficiency in obese men: the MATADOR study. International Journal of Obesity (gelesen über die Pressemitteilung der Universität Tasmanien)
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