In der Healthy-Heroes-Studie (Manoogian und Kollegen, 2022) wurden 137 Feuerwehrleute aus San Diego 12 Wochen lang untersucht. Die Zeitfenster-Gruppe sollte innerhalb von 10 Stunden essen, erreichte im Mittel aber 11,1 Stunden. Beide Gruppen aßen nach mediterranen Empfehlungen und nahmen ab. Ein klarer Gruppenunterschied zeigte sich bei der Größe der VLDL-Partikel (Blutfette). Beim Gewicht gab es keinen gesicherten Unterschied zwischen den Gruppen. Auffälligere Effekte bei Blutdruck und Langzeitzucker kamen aus sehr kleinen Untergruppen.
Wer im 24-Stunden-Dienst arbeitet, hat selten ein festes Essensfenster. Eine Studie hat genau das bei Feuerwehrleuten geprüft. Hier stehen die Zahlen, so wie sie veröffentlicht wurden.
Was die Studie gemacht hat
Die Studie heißt Healthy Heroes (Manoogian und Kollegen, 2022, Cell Metabolism 34: 1442 bis 1456, frei zugänglich). 150 Feuerwehrleute aus San Diego, die in 24-Stunden-Schichten arbeiten, wurden per Zufall in zwei Gruppen eingeteilt: Standardversorgung (SOC) und Essen im Zeitfenster (TRE). Von den 150 hielten 137 bis zum Ende durch (67 in der Standardgruppe, 70 in der Zeitfenster-Gruppe). Es waren überwiegend Männer (136 Männer, 14 Frauen bei Start), 21 bis 59 Jahre alt.
Beide Gruppen bekamen die Empfehlung, sich mediterran zu ernähren. Die Zeitfenster-Gruppe sollte zusätzlich alle Mahlzeiten innerhalb von 10 Stunden essen, an Diensttagen wie an freien Tagen. Das Zeitfenster durften sie selbst legen, meist lag es ungefähr zwischen 9 und 19 Uhr. Gegessen wurde per App protokolliert, 12 Wochen lang.
Wie gut hat das Zeitfenster geklappt?
Vor der Studie lag das Essensfenster bei beiden Gruppen bei etwa 14,1 Stunden. Am Ende war es in der Zeitfenster-Gruppe im Mittel 11,1 Stunden lang, in der Standardgruppe 13,4 Stunden. Das Ziel von 10 Stunden wurde im Mittel also nicht ganz erreicht. Die Teilnehmenden aßen etwa ein bis zwei Tage pro Woche außerhalb ihres Fensters, und sie protokollierten an rund 68 bis 77 % der Tage.
Es gab keine unerwünschten Ereignisse. Von den 12 Personen, die ausschieden, gehörten 8 zur Standardgruppe. Das Zeitfenster war im Dienstalltag also machbar, auch wenn es nicht perfekt eingehalten wurde.
Was herauskam
Das deutlichste Ergebnis betrifft die Blutfette: Die Größe der VLDL-Partikel sank in der Zeitfenster-Gruppe um 1,34 nm, in der Standardgruppe um 0,25 nm (Unterschied zwischen den Gruppen p = 0,044). Kleinere VLDL-Partikel gelten als günstiger. Ob das im Alltag zu weniger Herzinfarkten führt, kann diese Studie nicht zeigen.
Beim Körpergewicht ging die Zeitfenster-Gruppe um 0,94 kg (1,1 %) zurück. Dieser Rückgang war innerhalb der Gruppe auffällig, aber zwischen den Gruppen gab es keinen gesicherten Unterschied (p = 0,163). Beide Gruppen aßen am Ende weniger Kalorien (minus 14 % in der Standardgruppe, minus 18 % in der Zeitfenster-Gruppe), ohne Unterschied zwischen den Gruppen. Auch der diastolische Blutdruck sank in der Zeitfenster-Gruppe um 2,0 mmHg, im Gruppenvergleich war das nicht gesichert.
Auffälliger wirkten zwei Untergruppen: Bei den 9 Personen mit erhöhtem diastolischem Ausgangsblutdruck (85 mmHg oder mehr) sank der Wert um 12,2 mmHg (Gruppenunterschied p = 0,033). Bei Personen mit erhöhtem Ausgangswert des Langzeitzuckers HbA1c (5,7 % oder mehr, jeweils 7 pro Gruppe) sank er um 0,51 Prozentpunkte gegenüber 0,01 in der Standardgruppe (p = 0,003). Diese Analysen wurden nachträglich gemacht und beruhen auf sehr wenigen Personen. Sie sind Anregungen für neue Studien, keine Belege.
Außerdem gaben die Teilnehmenden der Zeitfenster-Gruppe an, im Mittel etwa 5,9 g Alkohol pro Tag weniger zu trinken, ihre Schlafstörungen nahmen ab, die Schlafdauer (per Armband gemessen) änderte sich nicht, und die eigene Einschätzung der Gesundheit stieg. In der Standardgruppe verschlechterten sich emotionales Wohlbefinden und Rollenfunktion im Vergleich.
Was die Studie nicht sagen kann
Es war eine Studie mit überwiegend männlichen, eher gesunden Feuerwehrleuten aus einer einzigen Feuerwehr, die meisten hatten einen BMI unter 30. Eine reine Kontrollgruppe ohne Ernährungsempfehlung gab es nicht, beide Gruppen sollten mediterran essen. Die Studie lief nur 12 Wochen und nur für das 24-Stunden-Dienstmodell. Ob sich die Ergebnisse auf 12-Stunden-Schichten, Nachtdienst im Rettungsdienst oder Leitstellen übertragen lassen, ist offen.
Ehrlich zusammengefasst: Ein festes Essensfenster ließ sich im Feuerwehrdienst umsetzen, und es gibt Hinweise auf günstige Effekte bei Blutfetten. Auf das Körpergewicht hatte es in dieser Studie keinen gesicherten zusätzlichen Effekt.
Was du daraus für dich mitnehmen kannst
Du musst nicht nachts hungern, um etwas für dich zu tun. Ein praktischer Ansatz ist, dein Essen auf ein Fenster zu legen, das zu deinem Dienstplan passt, und die Zeit nach dem späten Abend möglichst frei zu halten. Wie weit das für dich passt, hängt von Dienstform, Schlaf und Gesundheit ab. Bei Diabetes, Medikamenten gegen Blutzucker oder Blutdruck, Schwangerschaft oder einer Vorgeschichte mit Essstörung sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Eine Laborstudie zu Essen in der Nacht findest du in unserem Artikel zum Nachtdienst. Wie du ein Zeitfenster zum Abnehmen einordnest, steht im Artikel zum Essen im Zeitfenster.
Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder trainerische Beratung. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Essstörungen oder Unsicherheit sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die Studienlage kann sich ändern. Der Artikel ist nicht rechtsgeprüft.
Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Manoogian, E.N.C. et al. (2022): Feasibility of time-restricted eating and impacts on cardiometabolic health in 24-h shift workers: The Healthy Heroes randomized control trial. Cell Metabolism 34(10): 1442-1456 (Volltext gelesen)
- Chellappa, S.L. et al. (2021): Daytime eating prevents internal circadian misalignment and glucose intolerance in night work. Science Advances 7(49): eabg9910 (Volltext gelesen)
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