Manches Essen aus der Fabrik macht es leicht, immer weiterzuessen. In einer kleinen Studie aßen 20 Menschen davon jeden Tag etwa 500 Kalorien mehr als mit frischem Essen. Frisches Essen kann es dir leichter machen.
Fertigpizza, Kekse, Frühstückscerealien, Chips, Instant-Nudeln: Vieles, was in Supermarktregalen liegt, ist stark verarbeitet. Eine viel beachtete Studie hat untersucht, was das mit unserem Essverhalten machen kann.
Was heißt „ultra-verarbeitet"?
Das ist Essen aus der Fabrik, das aus vielen einzelnen Zutaten und Zusatzstoffen zusammengebaut ist. Oft viel Zucker, Fett und Salz, dazu Aromen. Beispiele: Softdrinks, Chips, Fertiggerichte, Süßigkeiten und viele Frühstücksflocken. Frisches Gemüse, Obst, Eier, Reis, Haferflocken oder Fleisch gehören nicht dazu.
Die Studie, die alle kennen
Forscher der US-Gesundheitsbehörde (Kevin Hall und sein Team) ließen 20 Erwachsene vier Wochen lang in einer Forschungsstation wohnen. Zwei Wochen aßen sie stark verarbeitetes Essen, zwei Wochen frisches Essen. Die angebotenen Mahlzeiten waren bei Kalorien, Fett, Eiweiß, Kohlenhydraten, Salz und Ballaststoffen ähnlich abgestimmt. Beim zugesetzten Zucker unterschieden sie sich aber stark. Die Leute durften so viel essen, wie sie wollten.
Das Ergebnis: Mit dem Fabrik-Essen aßen sie im Schnitt etwa 500 Kalorien mehr pro Tag und nahmen in den zwei Wochen rund ein Kilo zu. Mit dem frischen Essen nahmen sie etwa genauso viel ab. Außerdem aßen sie das Fabrik-Essen schneller.
Warum passiert das?
Welche Eigenschaft genau dafür verantwortlich ist, konnte die Studie nicht klären. Möglich ist, dass mehreres zusammenkommt: Das Essen ist weich und geht schnell runter. Der Geschmack lädt zum Weiteressen ein. Und wer schnell isst, isst in Studien meist mehr. Eine Auswertung von 22 Studien fand: Wer langsamer isst, isst im Schnitt weniger.
Muss ich alles weglassen?
Nein, das geht im Schichtdienst auch gar nicht. Wichtig ist die Richtung: Für manche Menschen fällt die Menge leichter, wenn sie öfter frisches Essen nehmen. Die Studie war klein und kurz, und die Leute lebten in einer Forschungsstation. Sie zeigt einen deutlichen Effekt, aber sie beweist nicht, dass es im Alltag bei dir genauso ist.
Hinweis: Alle Kalorien- und Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus einer einzelnen kleinen Studie. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Vorerkrankungen, Medikamenten oder Schwangerschaft sprich bitte vor Ernährungsumstellungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Quellen
- Hall KD et al.: Ultra-processed diets cause excess calorie intake and weight gain. Cell Metabolism 2019
- Robinson E et al.: A systematic review and meta-analysis examining the effect of eating rate on energy intake and hunger. Am J Clin Nutr 2014 (22 Studien: langsameres Essen mit geringerer Energieaufnahme verbunden)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): 10 Regeln der DGE (abwechslungsreich, überwiegend pflanzlich, versteckte Fette in Fertigprodukten vermeiden, achtsam essen)
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