BewegDichLeicht
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Ganz einfach erklärt

In zwei Auswertungen hatten Menschen, die regelmäßig Treppen steigen, seltener Herzprobleme. Das waren Beobachtungen, keine Beweise: Wer Treppen nimmt, bewegt sich meist auch sonst mehr. Als Alltagsidee ist die Treppe trotzdem gut und kostet nichts.

Aufzug oder Treppe? Hier steht, was zwei Berichte über große Auswertungen sagen und was sie nicht belegen.

Die britische Biobank-Studie

Ein Bericht der Apotheken-Fachpresse (aponet.de, Januar 2026) schildert eine Studie in der Zeitschrift Atherosclerosis mit etwa 450.000 Erwachsenen aus der britischen Biobank, im Mittel 12,5 Jahre beobachtet. Wer täglich mindestens 50 Stufen stieg, hatte ein um etwa 20 Prozent geringeres Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall.

Die Schwächen: Der Bericht nennt keine Autorenliste und kein Jahr, und die Studie beobachtet nur. Menschen, die Treppen steigen, sind oft auch sonst aktiver oder gesünder. Ich habe die Originalarbeit nicht gelesen.

Die Sammelauswertung der Universität East Anglia

Ein Bericht von Euronews (August 2026) schildert eine Auswertung von neun Studien mit mehr als 480.000 Menschen im Alter von 35 bis 84 Jahren und im Mittel 14 Jahren Beobachtung, vorgestellt auf einem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie. Wer regelmäßig Treppen stieg, hatte ein um 39 Prozent geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, und ein um 24 Prozent geringeres Risiko, an irgendeiner Ursache zu sterben.

Die Schwächen: Der Bericht nennt weder Zeitschrift noch Autoren der Arbeit und nicht, wie die Treppennutzung gemessen wurde. Er sagt auch nicht, ob die Zahlen Ursachen oder nur Zusammenhänge zeigen. Die Arbeit wurde auf einem Kongress vorgestellt, ich habe keine begutachtete Veröffentlichung gelesen.

Was daraus folgt

Beide Berichte zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis. Treppensteigen ist eine kurze, kräftige Anstrengung, die den Puls hebt, und deshalb ist ein Nutzen plausibel. Wie groß er ist, lässt sich aus diesen Berichten nicht sagen.

Was das für dich heißt

Nimm im Alltag öfter die Treppe: im Büro, am Bahnhof, in der Wohnung. Beginne mit wenigen Stockwerken und steigere dich langsam. Das ersetzt kein Krafttraining und keinen Spaziergang, ist aber eine einfache Ergänzung, auch im Schichtdienst.

Das ist keine Trainingsberatung für deinen Einzelfall. Bei Herz-, Kreislauf- oder Kniebeschwerden und bei Atemnot klär das vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder trainerische Beratung. Beide Quellen sind Berichte über Beobachtungsstudien, die Originale habe ich nicht gelesen. Der Artikel ist nicht rechtsgeprüft.

Hinweis: Alle Zahlenangaben sind gerundete Richtwerte aus den genannten Quellen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Marcel Schinske

Ernährungs- und Bewegungscoach, früher Personal Trainer und Naturalist auf Expeditionsschiffen. Hilft Menschen mit echtem Alltag beim nachhaltigen Abnehmen.

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